Eine Geschichte zum Tanzverbot

Posted in Best of Chef, Ich hasse meinen Job with tags , , , , , , , , on 18. April 2014 by Robin Urban

Okay, eigentlich ist das nur wieder ne Geschichte über Chefs galoppierende Blödheit. Aber man muss ja auch mal was bieten, was zu der Jahreszeit passt.

Es war der Karsamstag vor zwei Jahren und ich hatte drei Typen an der Theke sitzen. Mit der Zeit lernt man, seine Gäste ein wenig einzuschätzen, also war mir spätestens bei der ersten Schnapsrunde klar, was für Menschen ich da vor mir hatte. Alle ca. Anfang Vierzig, vermutlich voll im Berufsleben stehend, Frau, vielleicht Kinder, ein geordnetes, erfolgreiches Leben, das der “Jedes Wochenende in Kneipen rumgammeln”-Phase entwachsen war. Doch HEUTE war ein Abend, an dem man die besten Kumpels zusammen getrommelt hat und einen draufmacht, wie vielleicht nur noch ein oder zweimal im Jahr, dafür aber richtig.

Mit anderen Worten: Die Jungs waren die idealen Gäste und eine Goldgrube sowohl für Wirt und Kellnerin. Gestandene Männer, die viel vertragen, dabei aber gesittet bleiben und finanziell abgesichert sind, was schlicht heißt, dass sie anders als viele andere Gäste nicht darauf achten müssen, wie viel sie an diesem Abend ausgeben. Da klingelt die Kasse!

Freundlich waren sie auch, also wollte ich gerne behilflich sein, als sie nach einer Weile höflich einen Musikwunsch äußerten und gleichzeitig fragten, ob ich ein wenig lauter drehen könnte. Metallica sollte es sein.
Noch bevor sie zu Ende geredet hatten, schüttelte Chef heftig mit dem Kopf. Der war bereits abgefüllt bis Oberkante Unterlippe und saß wie ein missmutiger Hefekloß vor der Bar neben den drei Herren. “Tanzverbot!”

Ja, das war ein Problem. Chef hatte mir zuvor eingeschärft, bis Mitternacht Zimmerlautstärke einzuhalten, weil das halt so im beschissenen Gesetz steht. Das teilte ich den Gästen bedauernd mit, stellte aber in Aussicht, ihren Musikwunsch zu erfüllen, sobald ich kann. Ich konnte aus den Augenwinkeln sehen, wie sich Chefs Nüstern blähten.

Da war es ca. viertel vor 12. Zwanzig Minuten später fragte mich einer der Jungs nochmal. Mit Blick auf die Uhr legte ich das Black Album ein und drehte die Musik auf – immer noch ziemlich leise im Vergleich zu sonst, aber es war wenig los und deshalb musste es nicht so laut sein.

Als ich mich umdrehte, lächelten die Gäste mich an und ich lächelte zurück, bis mein Blick auf Chef fiel, dessen Gesicht sich radikal verdüstert hatte. Er winkte mich zu sich. “Was soll denn das?”
“Wie, ‘was soll denn das’?”
“Ich habe dir doch gesagt, dass wir heute leise sein müssen!”
“Äh, ja… bis zwölf, hast du gesagt. Jetzt ist nach zwölf.”
“Für Metallica ist es zu früh!”

Das ist sein ständiger Kritikpunkt an meiner Musik: Angeblich “passen” Metal und andere Sachen, die ich gerne einlege, erst zu später Stunde. Wann das genau ist, sagt er allerdings nie. Vermutlich so gegen 6 Uhr morgens, wenn keiner mehr da ist. Die “frühen” Stammgäste würden das nämlich nicht hören wollen.
Tja, nur GIBT es diese frühen Stammgäste nicht mehr. Als ich in dem Laden anfing, war die Theke von 20 bis mindestens 1 Uhr voll von Stammgästen, die allesamt etwas älter und etwas gediegener in ihrem Musikgeschmack sind. Diese Stammgäste kommen nicht mehr, weil sie von Chefs Bullshit so angekotzt sind. Also sehe ich nicht ein, Musik für Menschen zu spielen, die überhaupt nicht da sind. Stattdessen sehe ich mir das Publikum an und entscheide im Rahmen dessen, was in unserer auf Rock und Artverwandtes ausgerichteten Kneipe tolerierbar ist, was für eine CD ich einlege. Sind tatsächlich eher ältere Leute da, spiele ich softes Zeug wie Aerosmith, Bon Jovi und sowas. Ist der Schankraum voll von langhaarigen Rockern, dann spiele ich Heavy/Speed Metal, auch wenn es erst 20 Uhr ist. Sind es jüngere Metaller, gibt’s halt Nu Rock und Nu Metal. Besteht das Publikum hauptsächlich aus Studenten, lege ich gutgelaunten Alternative und Poppunk ein, weil das für eine Gruppe, die so heterogen ist, ein fairer Kompromiss ist. Und wenn ich keinen Bock mehr habe und will, dass die Leute gehen, spiele ich System of a Down (was leider schon öfter nach hinten losgegangen ist).

Ich habe Mixtapes zu jeder möglichen Richtung zusammen gestellt (und dafür nie ein Danke bekommen – aber ach). Ich glaube zu wissen, was ich wann spielen kann, ohne die Gäste zu nerven. Und wenn so wie an diesem Karsamstag wenig los ist, ist Metallica voll vertretbar, erst Recht um diese Uhrzeit und erst Recht, wenn es gewünscht wurde. Chef hat aber unbedingt darauf bestanden, eine Rockkneipe aufzumachen, obwohl er Rock gar nicht mag, und das ist nicht mein verdammtes Problem.

Ich versuchte ihm also in höflicher Form zu sagen, dass er sich mal wieder wie ein kleines Prinzesschen auf der Erbse aufführt und irrational ist, aber seine Miene wurde nur noch missmutiger. “Wenn das Ordungsamt kommt, kannst du ja die 2000 Euro Strafe bezahlen,” grummelte er. Obwohl es, wie gesagt, schon nach Mitternacht war. Aber wer versucht bei ihm schon nach Logik zu suchen?

Die Gäste hatten das Gespräch teilweise mitbekommen. Ich sah drei konsterniert wirkende Menschen vor mir. Ich schenkte ihnen mein strahlendstes Lächeln, mir nur allzu bewusst, dass dies Chef noch mehr auf die Palme bringen würde, aber das war mir egal, weil mich diese ganze Diskussion schon wieder unglaublich genervt hatte. Sein wahres Problem war nämlich, dass sich diese Menschen erdreistet hatten, sich an seine heilige Theke zu setzen, die er für Stammgäste reserviert, die, wie gesagt, nicht mehr kommen, und er erwartet von allen Menschen auf der Welt, dass sie das wissen und sich deshalb ungefragt im Schankraum niederlassen.

Wie gesagt, versucht gar nicht erst, nach Logik zu suchen…

Meine stumme Weigerung, sowohl die Musik wieder runterzudrehen, als auch ne andere CD einzulegen, hatte in ihm die Gewissheit wachsen lassen, wie UNVERSCHÄMT diese Leute waren, weil sie an seiner Theke saßen, also machte er sie dumm von der Seite an. Die Männer reagierten mit Stirnrunzeln, ließen sich aber nicht auf ein Gespräch ein (und ich bewunderte sie im Stillen für ihre Genügsamkeit.).
So abgewiesen grummelte Chef in sich hinein, bis die Jungs eine neue Runde Bier orderten. Wieder ein Wink. “Mach denen nichts mehr.”
Ich starrte ihn an. “Warum?!”
Antwort war ein unbestimmtes Armfuchteln. Chefs Kommunikation läuft nach dem 30. Schnaps nicht mehr so gut.

Ich werde den Teufel tun und diese netten Leute rausschmeißen! dachte ich und zapfte stur weiter. Chef sah sein letztes Quäntchen Autorität schwinden, als ich die Biere resolut vor den Typen abstellte, die überhaupt nicht mehr checkten, was da eigentlich abging. Aber da von meiner Seite aus keine Hilfe zu erwarten war, wandte er sich erneut den Gästen zu – und schaffte es tatsächlich, sie so zu nerven, dass sie kopfschüttelnd die Rechnung verlangten.

Ich stand da und war einfach nur megasauer. Schmeißt dieser Vollidiot einfach friedliche, lukrative Gäste raus! Da kommt einem doch das Kotzen!!!

Ich schenkte Chef ebenfalls ein Kopfschütteln, dann rechnete ich aus, was die Jungs zu bezahlen hatten. Jeder hatte eine Rechnung von ca. 10 Euro, aber ich wette, dass die Gesamtrechnung am Schluss auf fast 100 Euro belaufen hätte. Die Jungs wollten einfach nur friedlich saufen und Spaß haben, und dieser Wichser kickt sie raus!!!

Ich gebe zu, mich nervte das besonders im Hinblick auf mein erhofftes Trinkgeld, das ja nun wesentlich niedriger ausfallen musste. Doch dann geschah ein Osterwunder: Jeder einzelne dieser Typen gab mir 3-4 Euro Trinkgeld, viel zu viel für die kleine Rechnung. Dabei sahen sie Chef angewidert an und als sie aufstanden, sagte einer zu mir: “Du tust mir echt leid.”

Ja, ich tat mir auch leid. Als sie gegangen waren, sah ich Chef wild an. “Chef – WIESO!?”
“Solche Leute passen hier nicht rein,” grummelte er und wollte das noch ausführen, aber ich ging mir kopfschüttelnd und wutschnaubend eine andere Beschäftigung suchen.

Und dies, liebe Kinder, war Teil 87 der Lektion “How to ruin your own business” -.-

Ein Kurzer

Posted in Best of Chef with tags , , , on 17. April 2014 by Robin Urban

30 Neuankömmlinge, ich im Megastress, während Chef wie üblich nur im Weg rumsteht.

Ich: “Ich geh mal eben Kirschlikör holen.”

Chef: “Wieso?”

Ich: “Weil er leer ist?!”

Chef: “Ach so.”

OMG

Posted in Best of Chef with tags , , on 3. April 2014 by Robin Urban

Meine letzte Schicht, bis die Examensarbeit abgegeben werden muss. Eine furchtbare Ersti-Kneipentour-Schicht, die niemand sonst übernehmen wollte. Glücklicherweise war ich nur das +1, Kollegin Johanna macht Feierabend. Aber gerade, als ich gehen wollte, ließ Chef DAS fliegen:

Ich stand schon da in Jacke, als ein Thekengast aufstand und sich ebenfalls anzog. Er ist NETT, aber furchtbar, furchtbar nervig. Also blieb ich noch gut zwei Minuten hinter der Theke stehen, damit ich nicht mit ihm zusammen gehen und mir ein Gespräch aufzwingen lassen muss.
Weil Chef seltsam kuckte, weil ich mich nicht vom Fleck bewegte ohne offensichtlichen Grund, teilte ich es ihm mit. “Ich wollte jetzt nicht grade mit dem raus… er ist ja in Ordnung, aber naja…”
Woraufhin er, voll wie zehn Russen und den ganzen Abend schon auf Krawall gebürstet, lallte: “Ja, der Lutz… der hätte dich jetzt von der Steinzeit… in die Neuzeit gefickt oder wie.”

Ich erstarrte. Johanna erstarrte. Die halbe Theke erstarrte. Und leider, leider, bin ich dann einfach gegangen, ohne eine passende Antwort zu geben. Weil ich immer noch nicht die geringste Ahnung habe, was eine passende Antwort wäre.

Ich schwöre, er hat das wirklich gesagt. Und offensichtlich glaubte er in seinem versoffenen Hirn, das wäre auf irgendeiner Ebene witzig.

OMG, Leute. OMG.

Bleibt halt daheim.

Posted in Kotzleute, Schichtalltag with tags , , , on 2. April 2014 by Robin Urban

Öfter haben wir Geschäftsleute von außerhalb an der Theke sitzen. Ich habe nicht die geringste Ahnung, warum die sich ausgerechnet zu uns verirren, aber so ist das nun mal. Viele dieser Herren (meist sind sie etwas älter) sind leicht höhere Standards gewohnt und kommen aus Milieus, die wohl weniger verschnarcht sind als unsere Kneipe an einem Mittwochabend. Das ist völlig okay. Nervig wird’s, wenn diese Leute Sachen von uns und dem Laden verlangen, die wir nicht bieten können.

Diese drei Typen ließen von Anfang an ziemlich raushängen, dass sie sich irgendwie für etwas besseres hielten. Sie betrachteten mich mit dem gönnerhaften Blick von Leuten, für die ich nichts weiter als eine Bierschubse bin und die nicht genug Phantasie besitzen um sich vorzustellen, dass gerade junge Menschen diesen Job nicht Fulltime machen. Mit anderen Worten, sie glaubten, ich wäre gerade intelligent genug, um Cola in ein Glas zu schütten, und fingen irgendwann an, mich ein bisschen zu triezen.

Es fing noch relativ harmlos an, doch damit war das Spiel eröffnet: Einer fragte, ob wir auch Flaschenbier hätten. Ich bejahte und zählte ihm unsere Sorten auf. Dabei erwähnte ich auch Paulaner, wobei wir das natürlich als Hefeweizen normalerweise nicht in der Flasche servieren. Aber es steht nun mal in der Flasche im Kühlschrank.

“Oh, gut, dann nehme ich so eins.”
Ich köpfte die Flasche und war dann unschlüssig. Er hatte ja explizit nach Flaschenbier verlangt, was also tun? “Entschuldigung, möchten Sie es im Glas oder so?”
Er blinzelte und lächelte abfällig. “Nein, im Glas. Hefeweizen kriegt man immer im Glas. Was für eine stumpfsinnige Frage.”

Mmmmmjoah. Netter Kerl, ne. “Naja, einige unserer Gäste schenken es sich gerne selber aus,” rechtfertigte ich mich noch, was er aber auch nur mit einem herablassenden Blick quittierte. Alle drei sahen mir GANZ GENAU zu, wie ich das Weizen einschenkte und damit war für eine Weile Ruhe.

Schließlich: “Habt ihr was zum Knabbern?”
“Ja, Erdnüsse und Chips.”
“Ah, dann bitte Erdnüsse.”

Ich brachte eine Packung, die der Typ sofort verschlang und sogleich eine zweite Packung orderte. Als ich die vor ihm abstellte, betrachtete er das Päckchen konsterniert. “Habt ihr das nicht in Schüsseln? Auf der Theke?”
“Nee. Sorry.”
“Normalerweise stehen in Kneipen immer Erdnüsse auf der Theke!”
Ich bin ja der Meinung, dass sowas ÜBERHAUPT NICHT normal ist, sondern nur durch Amifilme verbreitet wird, denn ich kenne keine einzige Kneipe, wo Erdnussschälchen rumstehen, und zwar aus einem ganz einfachen Grund: Es ist unglaublich unhygienisch. Natürlich ist einem das ab einem gewissen Pegel egal, aber an sich ist die Vorstellung, den ganzen Abend mit Leuten, die sich vielleicht nicht die Hände waschen, wenn sie vom Klo kommen, aus dem gleichen Schälchen Nüsschen zu essen, ziemlich bäh. Tja, das hätte ich mal sagen sollen. Tat ich aber nicht.
“Wir machen das nicht. Tut mir leid.”
“Ja, aber wenn die Leute was salziges essen, dann trinken sie ja auch mehr!” Er schien in Rage. “Das ist kein Minusgeschäft, im Gegenteil!”
“Ja. Ich weiß.”
“Sowas ist das Einmaleins der Gastronomie, das animiert die Gäste doch zum Trinken!”
“Ja, aber, das liegt nicht an mir. Ich bin hier ja nicht Chefin.” – und ich werde den Teufel tun und privat Erdnüsse kaufen, nur damit dieser Meckerbock was zum Knabbern hat.
“Sowas weiß man doch! Warum tut ihr da nicht was?”
An dieser Stelle ging mir der Kerl bereits gewaltig auf die Nerven, also entschloss ich mich zu entwaffnender Schnodderigkeit, gepaart mit einem maximal freundlichen Lächeln. (Die meisten Gäste finden so etwas charmant. Diese jedoch nicht.) “Sorry, aber das ist mir eigentlich scheißegal.”
Sein Mund öffnete sich leicht. Seine Kollegen, die die ganze Zeit über bestätigend genickt hatten, starrten mich misstrauisch an.
“Mir gehört der Laden ja nicht, wissen Sie. Ich entscheide sowas nicht.”

Er schnaubte, fand keine geeignete Antwort und wandte sich wieder seinen Kumpels zu. Womit ich wieder eine Weile Ruhe hatte.

Irgendwann bemerkte der Mittlere, dass ich Davidoff rauchte. “Oh, wo kriegt man die jetzt noch denn her?”
“Das kann ich Ihnen leider nicht sagen, die bekam ich geschenkt…” setzte ich an, aber da sprang der Typ auch schon vom Stuhl und stolzierte angepisst Richtung Klo. “Grmpf, was für ein Scheißnest hier!” hörte ich ihn toben. An der Stelle dachte ich zum ersten Mal daran, diesen Menschen nahezulegen, doch einfach zuhause zu bleiben, wenn es ihnen in unserem Scheißnest nicht gefällt, aber ich beherrschte mich.
Eigentlich fand ich ihre Empörung sogar inzwischen ganz witzig. Zwar nervte mich der eine den halben Abend damit, seine Bestellung IMMER dann aufzugeben, wenn ich gerade eine andere Bestellung bekommen hatte, aber damit kam ich klar und sie hatten immer schnellstmöglich ihre Getränke vor sich stehen. Dies, zusammen mit der Tatsache, dass sie ihre Karriere und ihren Reichtum ziemlich aufs Tablett packten, so dass ich es mitkriegen MUSSTE, ließ mich trotz nur so halbnetter Gespräche auf ein ordentliches Trinkgeld hoffen. Immerhin wurde ich ja auch getriezt.

Der krönende Abschluss kam schließlich beim Absacker. Ein Sambucca sollte es ein. Den machte ich fix fertig und stellte ihn vor dem einzigen Typen ab, der noch einen Schnaps wollte.
Der nervigste Kerl des Abends grinste mich abfällig an. “Na, was fehlt da?” in einem Tonfall, als würde er mit einem minderbegabten Schüler sprechen.
“Ich zünde Sambuca beim Servieren nicht an.”
“Oha! Aber das MACHT man so!”
“Nein, tut man nicht.”
“Natürlich!!”
“Wir machen das aber nicht. Es sieht vielleicht nett aus, ein brennendes Glas serviert zu bekommen, aber was ist, wenn Sie den gar nicht direkt trinken wollen? Dann brennt das ewig, das Glas wird zu heiß und der Alkohol verdampft. Dazu die Unfallgefahr.”
Wieder dieser halboffene Mund. “…trotzdem!”
“Ich kann es Ihnen gerne JETZT anzünden, wenn Sie direkt trinken wollen…”

Ich tat es und versuchte, die gemurmelten Abfälligkeiten zu überhören, auch wenn das kaum möglich war. Der Abend endete schließlich mit 10 Cent Trinkgeld bei einer Rechnung von fast 70 Euro und als sie den Laden verließen, hörte ich noch ein Gespräch darüber mit, wie dämlich ich sei, weil ich dem einen Typen nicht hatte sagen können, in welchem Jahr genau irgendeine Kirche, die sie sich mittags angesehen hatten, erbaut worden ist.

Der FC

Posted in Schichtalltag with tags , , , , on 26. März 2014 by Robin Urban

Bayern München ist Meister und Chef dreht durch. Seit einer halben Stunde läuft seine Fußballhits-CD rauf und runter in einer Lautstärke, die man sonst wohl nur im Zentrum einer Atombombenexplosion ertragen muss. Die eine Hälfte der Gäste will Party, Saufen, Schnäpse und zehn Bier, die andere Hälfte will auf der Stelle bezahlen. Sprich, Hochbetrieb.
Ich zapfe gerade, innerlich tot, als ein Typ, der deutlich jünger als ich ist, mich und meine Kollegin aber schon den ganzen Abend penetrant mit “junge Dame” anspricht, an die Theke kommt.

“Verzeihung, eben lief die FC-Hymne, könnt ihr die nochmal laufen lassen? Wär voll geil!”

“Was denn für eine?”

“Na, die FC-Hymne!”

“Ja, aber welche? Wie heißt denn das Lied?”

“Hm, keine Ahnung, die FC-Hymne halt.”

“Meinst du “Stern des Südens”?” – das Fanlied von Bayern München, das am schrecklichsten deswegen ist, weil es einfach so unheimlich ins Ohr geht.

“Neeee, nicht Bayern! Vom FC!”

“ES GIBT NICHT NUR EINEN FC!!!” bricht es aus mir raus.

Letztendlich kann ich ihm aus der Nase ziehen, dass er die Köln-Hymne hören will. Die nicht besser oder schlimmer als alles andere auf der CD ist, deswegen war das voll ok ;(

Neukellner XI: So geht das aber nicht!

Posted in Best of Chef, Leute und Location with tags , , , , on 20. März 2014 by Robin Urban

Am Dienstag war eine zweite Neue zur Probeschicht da (wir sind alle der Meinung, dass wir nur eine neue Kollegin brauchen, aber Chef beharrt auf zwei, völlig außer Acht lassend, dass niemand mit der Tussi, die am Samstag da war, arbeiten will). Die konnte ich mir nicht ansehen, unterhielt mich mit Kollegin Johanna aber später über das Mädel.

Johanna: “Also Leni ist super! Hat echt super gut gearbeitet und ich hab sie jetzt schon komplett in mein Herz geschlossen! Bolle und ich haben uns beide schon für sie ausgesprochen. Aber Chef wollte unsere Euphorie nicht so ganz teilen…”

Ich (bisschen gehässig): “Warum? Trägt sie kein Dekolleté, ist sie pummelig, ist sie ihm nicht in den Arsch gekrochen?”

Johanna: “Nee, die ist echt süß und ein Naturtalent… ich glaube, er mag es nur nicht, dass wir die alle direkt gern haben…”

Ich: “…”

Da fällt einem doch nichts mehr zu ein.

Neukellner X: No comment…

Posted in auf der anderen Seite der Theke, Schichtalltag with tags , , , , , on 19. März 2014 by Robin Urban

Am Wochenende war ich mir mal ansehen, wie sich diese eine Tussi, die ich auf den ersten Blick nicht leiden konnte, bei ihrer Probeschicht so macht.

Typ kommt hoch an die Theke – offensichtlich war er kurz vorher schon mal da – und hält ihr schief grinsend ein leeres Bierglas hin. “Noch eins, bitte… hehe, da war wohl ein Loch im Glas…”

Tussi (ihm erschreckt das Glas aus der Hand reißend und anstarrend): “Wat?! Wie, Loch im Glas?!”

Sophie: “…”

Bolle: “…”

Ich: “…”

Ich war nicht sehr beeindruckt.

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