Dreisatz, Baby! – Die Wiedergutmachung
Am Freitag auf der Arbeit angekommen stellte ich erfreut fest, dass David uns mit seiner Anwesenheit als Gast beehrte. Ich mag diesen langhaarigen Bombenleger!
Er hatte eine Frage zur Trinkgeldverteilung. Da ich nicht schon wieder so ein Arschloch sein wollte wie beim letzten Mal, als man mich zur Aufteilung des Trinkgeldes befragt hatte, habe ich ihm bei unserer gemeinsamen Schicht am Dienstag, die er beendete (womit ihm die Verteilung des Trinkgeldes anvertraut war), genau geschildert, wie er das ausrechnet.
Völlig begeistert war ich, als sich seine Miene bei der Schilderung des Rechenwegs erhellte und er flugs eine Formel dafür auf den Block kritzelte. Ich steh auf Formeln! Schade, dass ich da nicht selbst drauf gekommen bin!
Das sah so aus:
(T ist bei David “Theker”, nicht “Thekenschlampe”)
Das hat ihn allerdings nicht davor bewahrt, sich trotzdem zu verrechnen und daher wollte er, dass ich ihm die Formel nochmal verifiziere. Mark sah interessiert zu.
Auftritt: Jens. Getreu dem Motto “Ich will mich zwar nicht einmischen, aber ich mische mich jetzt mal ein” kam er angerauscht wie ein leibgewordener Rachegott. “Also, ich rede euch ja nicht ins Trinkgeld rein, aber sowas finde ich wirklich dumm! Die anderen haben das immer halb-halb geteilt!”
Haben se nich, dachte ich, aber das sparte ich mir einfach mal. “Naja, wenn man gleich viele Stunden arbeitet, macht man das natürlich so, bei einer Stunde Unterschied ist es auch nicht so wild, aber wenn jemand zwei oder drei mehr Stunden an dem Abend hat…”
Jens schürzte angewidert die Lippen. “Und? Das gleicht sich beim nächsten Mal wieder aus!”
“Äh – vielleicht, aber ich meine, es kam ja auch schonmal vor, dass ich zehn Stunden gearbeitet hab und Luna nur zweieinhalb. Ich finde, das kann man dann schon richtig ausrechnen…”
Da musste Jens mir höchst widerstrebend Recht geben, er weigerte sich aber, die Formel zu betrachten und war auch sauer, als David mit seiner sanftmütigen Art konstatierte, dass er meine Methode am gerechtesten findet. Ich glaube, er hielt diese Rumrechnerei für unkollegiale Korinthenkackerei.
Aber er ist ja auch immer zutiefst beleidigt, wenn man die Lohntüte öffnet und das Geld darin nachzählt. Das MUSS ja ein Misstrauensbeweis sein, weil ER sich natürlich niemals verzählen kann.

8. Oktober 2012 um 07:42
Und man ja auch jedem vertraut der einen den Lohn BAR in die Hand drückt. Vermutlich ohne irgendwelche Bemerkung aufm Umschlag xD??
BTW. Iiiiieh Mathe! Alleine desswegen teile ich Trinkgeld immer durch etwa 2 etwas mehr für den anderen weil ich meinen Restaurantstundenlohn an der Bar auch Kriege und der eigentlich schon einen Trinkgeldersatz enthält.
8. Oktober 2012 um 16:30
Ähm, ich bin durchaus angemeldet und arbeite nicht schwarz ^^ Daher ist im Lohnumschlag auch immer ne Abrechnung drin!
Arbeitet ihr denn gleich viele Stunden? Dann ist das ja okay. Aber mit dieser völlig neuartigen Formel sollte selbst ein Mathehasser klar kommen, oder?
8. Oktober 2012 um 17:18
Ich habe es schon geschafft 1+1 falsch zu rechnen
Wenn ich die Abrechnung mache ja, ansonsten werde ich meistens 1-2 Stunden früher heimgeschickt (der 400€-Jobber ist halt teuer
) aber ich bin ja eigentlich Aushilfe fürs Restaurant und da es dort kein Trinkgeld gibt ist das in meinem Gehalt schon “eingerechnet” bzw ich hab ein ziemlich hohes Gehalt *lach*
8. Oktober 2012 um 15:46
Ihr kriegt euer Gehalt wirklich noch in bar?
Ich wusste gar nicht, dass es das gibt.
8. Oktober 2012 um 16:34
Jaaa, der Chef hat zwar mal vor Monaten großspurig angekündigt, dass wir unseren Lohn demnächst auch aufs Konto bekommen können, aber das ist irgendwie nie passiert. Mir ist es zwar auch unangenehm, so viel Geld zuhause rumliegen zu haben (zumal ich das Geld an meinem Studienort nicht aufs Konto einzahlen kann, ohne Gebühren zu bezahlen), aber ich hab dann einfach mit meinen Vermietern ausgemacht, dass ich die Miete ebenfalls bar bezahle. Die haben nämlich auch ne Kneipe und gehen fast täglich zur Bank, da passt das schon.
Ist halt nur ein 400-Euro-Job, da ist “bar” nicht so wild
8. Oktober 2012 um 16:36
Na gut, ich glaube, bei Kneipen sind Betriebsprüfer sowieso schon auf Sturm gebürstet, da kommt es auf Barlohn dann auch nicht mehr an.
8. Oktober 2012 um 17:12
Hm, ich wusste/wüsste nicht, dass dies ein Problem darstellt? Wir hatten gerade Betriebsprüfung, aber trotz vieler Kritik war von den Löhnen keine Rede…
8. Oktober 2012 um 17:25
Erfahrungsgemäß werden die da meistens sehr misstrauisch. Verboten ist es natürlich nicht.
8. Oktober 2012 um 18:28
Wenn Ihr das Geld in bar bekommt und den Empfang quittiert, ist alles für alle in Ordnung.
Die Formel ist handlich, David scheint smart – das Thema hattest Du doch schon einmal vor einigen Monaten oder irre ich mich ?
Beste Grüße mal wieder.
9. Oktober 2012 um 01:18
Jap, natürlich muss ich das quittieren.
Genau, das Thema hatte ich schon mal, das hab ich auch verlinkt
10. Oktober 2012 um 09:06
Schön gelacht habe ich
Das ist mal eine ganz neue Herangehensweise …
10. Oktober 2012 um 11:14
Kleiner Tip bzw. kleine Frage: Wo ist Dein Tequilapost ? Per e-mail habe ich ihn bzw. den Hinweis darauf bekommen, er taucht nur nicht in Deinem Blog auf…
10. Oktober 2012 um 14:00
Ich hab den wieder un-veröffentlicht, weil ich mich verzählt habe… mehr demnächst
10. Oktober 2012 um 20:17
Was immer das mir/ uns sagen soll oder kann…
Ich bin gespannt. Aber alles ist hier – und hoffentlich auch bei Dir – gut. Wollte Dir auch nur eine kleine Rückmeldung geben, falls ansonsten Dein Provider o. ä. floppen sollte.